Seit wann gibt es Sonnenbrillen?
Sogar im alten Rom war Sonnenschutz für die Augen ein Thema. Kaiser Nero (37–68 n. Chr.) beobachtete Gladiatorenkämpfe zum Schutz vor grellem Sonnenlicht durch grüne Smaragde. Im 15. Jahrhundert wurden Brillen gegen die Blendwirkung der Sonne mit farbigen Brillengläsern versehen. Im Jahr 1752 stellte der Konstrukteur James Ayscough Brillen mit Rauchglas vor.
Zumindest der Form nach war Ayscoughs Entwurf ein Lichtschutz für die Augen, der den heutigen Brillenformen ähnelte. Viele Originalbrillen verschiedenster Ausführung (aus Eingläser) mit gelben, grünen, blauen oder roten Gläsern aus dem 18. Jahrhundert sind noch erhalten. Mit Stoff und Leder wurde bei manchen Modellen damals schon zusätzliches Streulicht von der Seite vom Auge abgehalten. Eine Studie des Schweizer Alfred Vogt wies schädliche Auswirkungen der UV-Strahlung im Jahr 1908 nach. Doch schon 1905 entwickelte Josef Rodenstock die ersten Gläser, die wirksam den UV-Anteil des Lichts wegfilterten.
Seit den späten 1930er Jahren wiesen immer mehr Mediziner auf die gefährlichen Einflüsse für die Augen bei übermäßigem Sonnenlicht hin. Auch modische Aspekte halfen seit dieser Zeit einer zunehmenden Akzeptanz der Sonnenbrille in der Gesellschaft. Die Sonnenbrille wurde zunehmend ein Marken- und ein Massenartikel. Ein Sonnenbrillenboom begann.